Umgang mit
Nebenwirkungen
Umgang mit Nebenwirkungen: Müdigkeit, Flüssigkeitshaushalt und häufige Beschwerden34,36
Das Leben mit einer chronischen Nierenerkrankung und eine Dialysebehandlung bringen verschiedene Nebenwirkungen mit sich, die den Alltag beeinträchtigen. Oft kommt es zu Müdigkeit, einem Ungleichgewicht im Flüssigkeitshaushalt, Schmerzen und einem Gefühl der Taubheit, trockener Haut und Juckreiz sowie allgemeinem Unwohlsein. Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, um derartige Probleme zu lösen und das Wohlbefinden insgesamt zu verbessern.
Müdigkeit: Verständnis und Behandlung
Bei der Dialyse kommt es häufig zu Müdigkeit, die durch verschiedene Faktoren verursacht werden kann:
- Die plötzliche Entfernung der Giftstoffe bei Behandlungen im Dialysezentrum, die zu Erschöpfung führt.
- Blutdruckschwankungen während oder nach der Dialyse.
- Anämie durch eine unzureichende Produktion von Erythropoetin in den Nieren.
- Nährstoffmangel, der den Energiehaushalt und die Erholung der Muskeln beeinträchtigt.
Wie lässt sich die Müdigkeit reduzieren?
- Teilen Sie Ihre Aktivitäten ein: Planen Sie in ihrem Tagesablauf abwechselnd Ruhezeiten und mäßige körperliche Aktivitäten (z. B. Spazierengehen) ein. So bekommen Sie wieder mehr Energie.
- Optimieren Sie Ihre Ernährung: Eine ausreichende Protein- und Eisenzufuhr hilft gegen Anämie und verbessert die Erholung.
- Behalten Sie gute Schlafgewohnheiten bei: Sorgen Sie für eine erholsame Schlafroutine und vermeiden Sie die Bildschirmnutzung vor dem Schlafengehen.
- Fragen Sie Ihren Nephrologen: Zur Behandlung der Anämie kann eine Anpassung der Therapie, z. B. durch Erythropoetin-Injektionen, erforderlich sein.
Ungleichgewicht im Flüssigkeitshaushalt: Effektive Steuerung der Flüssigkeitsmenge
Ein häufiges Problem bei der Dialyse ist, dass die Patienten zu viel oder zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen. Zu viel Flüssigkeit kann zu Schwellungen, hohem Blutdruck und Atembeschwerden führen, während eine zu starke Entwässerung zu niedrigen Blutdruck, Krämpfe und Kopfschmerzen hervorrufen kann.
Wie lässt sich der Flüssigkeitshaushalt besser steuern?
- Überwachen Sie Ihre Flüssigkeitsaufnahme: Trinken Sie entsprechend den ärztlichen Empfehlungen und bevorzugen Sie wasserreiche Lebensmittel (Obst und Gemüse), um übermäßigen Durst zu verhindern.
- Schränken Sie Ihren Salzkonsum ein: Eine salzarme Ernährung reduziert den Durst und verringert Wassereinlagerungen.
- Wiegen Sie sich regelmäßig: Durch eine regelmäßige Gewichtskontrolle lassen sich Flüssigkeitsansammlungen zwischen den Dialysesitzungen besser erkennen.
- Führen Sie die Dialyse öfter durch: Durch kürzere und häufigere Behandlungen, die vom Körper generell besser toleriert werden, bleibt weniger Zeit, in der sich Flüssigkeit ansammeln kann.
Schmerzen und Taubheitsgefühl: Was verschafft Linderung?
Viele Dialysepatienten leiden unter Muskel- oder Gelenkschmerzen sowie einem Taubheitsgefühl, vor allem in Beinen und Händen. Diese Symptome können durch mangelnde Durchblutung, ein Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt oder übermäßig aggressive Dialysesitzungen entstehen.
Möglichkeiten der Schmerzlinderung:
- Sanftes Dehnen und Massage können die Durchblutung anregen und Krämpfe reduzieren.
- Ändern Sie Ihre Position während der Dialyse, um längeren Druck auf Nerven zu vermeiden.
- Überprüfen Sie Ihren Kalzium-, Kalium- und Magnesiumspiegel bei Ihrem Nephrologen, da ein Ungleichgewicht zu Krämpfen führen kann.
- Legen Sie warme oder kalte Kompressen auf schmerzende Bereiche auf, je nachdem, was am besten wirkt.
Trockene Haut und Juckreiz: Prävention und Abhilfe
Wenn sich Giftstoffe im Körper ansammeln und wichtige Nährstoffe verloren gehen, kann die Haut trocken werden und intensiv jucken. Dies beeinträchtigt die Lebensqualität erheblich.
Was können Sie für Ihre Haut tun?
- Versorgen Sie Ihre Haut täglich mit Feuchtigkeit. Verwenden Sie dazu parfümfreie Cremen mit beruhigenden Wirkstoffen wie Aloe Vera oder Urea.
- Duschen Sie nicht zu warm, da die Haut dadurch noch mehr austrocknet.
- Tragen Sie Kleidung aus Baumwolle, um Hautirritationen zu reduzieren.
- Vermeiden Sie phosphatreiche Lebensmittel (Milchprodukte, Limonaden, Fleischwaren), da diese den Juckreiz verstärken.
- Fragen Sie Ihren Arzt nach möglichen Behandlungen, wenn der Juckreiz zu stark wird.
Schwindel und Schwäche: Vermeidung von niedrigem Blutdruck und Unwohlsein
Manche Patienten bekommen während oder nach den Dialysesitzungen ein Schwindelgefühl, kalte Schweißausbrüche oder ein plötzliches Schwächegefühl. Diese Symptome entstehen häufig durch einen Blutdruckabfall oder den schnellen Flüssigkeitsentzug.
Wie lassen sich diese Symptome vermindern?
- Stehen Sie nach der Dialyse langsam auf, um einen Blutdruckabfall zu vermeiden.
- Nehmen Sie vor oder nach der Behandlung einen leichten Imbiss ein, um einen niedrigen Blutzuckerspiegel zu verhindern.
- Informieren Sie Ihre medizinische Betreuung über Symptome, damit diese die Filtrationsraten anpassen kann.
- Vermeiden Sie plötzliche Lagewechsel, da diese Schwindel hervorrufen können.
Wenn Sie diese Tipps befolgen und mit Ihren medizinischen Betreuungspersonen offen kommunizieren, können Sie Ihr tägliches Wohlbefinden steigern und besser mit der Dialyse umgehen. Es ist auch wichtig zu wissen, dass es verschiedene Dialysemöglichkeiten gibt, von denen manche, wie z. B. die Heimdialyse, schonender für den Körper sind. Diese Methode ermöglicht häufigere, besser verteilte Behandlungen, wodurch weniger Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Störungen im Flüssigkeitshaushalt auftreten. Sie bringt aber auch andere Einschränkungen mit sich, zum Beispiel, dass Sie Ihr Behandlungsmanagement selbstständiger durchführen müssen.
Besprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrem Nephrologen, um die für Ihren Lebensstil und Ihre gesundheitlichen Bedürfnisse am besten geeignete Lösung zu finden.
